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Weil die Wesen dort nicht leiden
  by paksohn   7 / 2016

Im kuschligen Schein seines warmen Muttergestirns lag plüschzartig und samtgebettet der wundervolle Planet Bonnistar. Die schöne Prinza und ihr prächtiges Sattelmaul Stuta ritten aus in herrlichster Wiese. Prinza lachte, ganz frei und hell und schön und lebensfreudig; ihr Mund öffnete sich zur Sonne hin und ein Wallen von Hyazinthen und Flieder duftete aus. Da! In der Entfernung waren noch andere Reiter! Stuta wieherte ihre schönste Begrüßung, und der liebe Wind trug die frohe Botschaft zu den Freunden. Wer mochte es sein? Da kam klingende Antwort. Ja! Es waren Rehse und Stülza neben Scheua auf Raatbeeri. War es denn nur Scheua? Nein, eine zweite Reiterin war obenauf! Konnte das denn sein? Oh ja! Es war Linde! Die schöne Linde! Nun waren alle Freundinnnen wieder zusammen. In einem Kreis von Liebe und Lebensbejahung begegneten sie einander. Die Pferde zierten und knübberten. Die Mädchen lagen sich in den Armen, hielten sich lange. Anschmusig entkullerten Tränen der Wiedersehensfreude. Wo sie den Boden trafen erblühten weiße Rosen und herrlich duftende Lilien.

„Ach, es war gestern so herrlich, so schön, wir waren so groß und vielgeliebt. Wir boten bedeutsamen Gästen bedeutendes Schauspiel“, setzte die sprechende Stuta zu einer fantastischen Rede an – aber was war das? Am Himmel war ein strahlend helles Licht aufgegangen. „Ob es ein Gruß unserer Mutter ist?“ – „Ja, es muß ein Kind ihrer Liebe zu den Sternen sein!“ – „Du Schöne, wie immer errätst du den Willen der Gestirne.“ Das Licht wurde immer heller, blendend hell. Pferde und Mädchen mußten die Augen schließen. „Sie badet uns in ihrem Glanz!“ – „Sie macht unser Fellhaar ganz hellicht!“ – „Und unserer Haut gibt sie die wundervollste Bräune!“ Es wurde noch heller, dann krachte es ohrenbetäubend laut, und die Welt war wieder wie zuvor. Aber was glänzte dort im Gebüsch? Prinza und Rehse sattelten ab, traten näher heran. Da stand ein großer Stein, ganz feucht und dampfend, und er glänzte so herrlich in der Sonne! „Da, er hat ja Arme“ – „Aber es sind zwei mehr, es sind vier“ – „Wofür ein Stein wohl Arme braucht?“ Rehse tastete einen der Arme ab. Auf einmal schrie sie laut! Die Arme hatte sich geschnitten! Sie weinte! „Sie sind an der Spitze ganz scharf“, wimmerte sie unter Tränen, aber da nahm Stuta ihren blutenden Finger in ihr wärmendes Maul und aller Schmerz war vergessen!


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